Austrocknend, reizend, barriereschädigend – als Zusatz von Hautpflegeprodukten steht Alkohol immer wieder in der Kritik. Teilweise zu Unrecht, denn Alkohol ist nicht gleich Alkohol und wie immer macht die Dosis das Gift.

Im Zusammenhang mit der Verträglichkeit und Wirksamkeit von Hautpflegeprodukten wird das Thema Alkohol kontrovers diskutiert. Fest steht, dass es Alkoholsorten gibt, die der Haut unnötigen Schaden zufügen können. Doch bevor Du nun konsequent alle Produkte aus Deiner Hautpflegeroutine streichst, in denen Alkohol auf der INCI-Liste aufgeführt wird, wollen wir folgende Fragen klären:

  • Was ist Alkohol?
  • Weshalb wird Alkohol in Hautpflege verwendet?
  • Wieso kann Alkohol der Haut schaden?
  • Wie erkenne ich gute und schlechte Alkohole?
  • Was bedeutet das nun für die Hautpflegeroutine?

Was ist Alkohol?

Chemisch gesehen sind Alkohole eine große Gruppe organischer Verbindungen mit gemeinsamen Merkmalen. Der wohl bekannteste Alkohol ist Ethanol. Man verwendet ihn zur Herstellung von Hochprozentigem und er bringt auch den typischen Geruch und Geschmack mit sich, den wir von stark alkoholhaltigen Getränken kennen. Die verschiedenen Alkohole unterscheiden sich jedoch sehr voneinander und so manchen Alkohol würde man auf den ersten Blick kaum als solchen erkennen.

Weshalb wird Alkohol in Hautpflege verwendet?

In Cremes, Reinigern und weiteren kosmetischen Produkten erfüllt Alkohol mehrere Funktionen. Das hier sind seine wichtigsten Aufgaben:

1. Alkohol ist ein hervorragendes Konservierungsmittel

Alkohol tötet Keime und Bakterien ab. Das macht diesen Stoff zu einem sehr nützlichen und weit verbreiteten Konservierungsmittel. Auf demselben Prinzip basiert auch die Verwendung von Alkohol als Desinfektionsmittel im medizinischen Bereich.

2. Alkohol ist ein wirkungsvolles Lösungsmittel

Als besonders gutes Lösungsmittel kann Alkohol auch Wirkstoffe lösen, beispielsweise aus pflanzlichen Inhaltsstoffen. Als Zusatz von Hautpflegeprodukten trägt Alkohol auch dazu bei, die Wirkstoffe gleichmäßig im Produkt zu verteilen.

3. Alkohol ist leicht und wirkt stark entfettend

Mit der Zugabe von Alkohol lässt sich das Hautgefühl von Produkten verbessern. Weil Alkohol auch wertvolle Fette aus der obersten Hautschicht löst, kann er die Haut stark mattieren. Klingt gut, wenn man fettige Haut hat, wirkt auf Dauer aber kontraproduktiv: Die starke Entfettung schädigt die Haut und lässt sie umso schneller nachfetten.

4. Alkohol kann die Hautbarriere durchdringen und so dabei helfen, Wirkstoffe in die Zellen zu transportieren.

Als sogenannter Penetration Enhancer unterstützt Alkohol die Aufnahmefähigkeit der Haut. Weil die kleinen Moleküle die Hautbarriere durchdringen können, werden auch wichtige Wirkstoffe zu den Zellen in den tieferen Hautschichten transportiert und können dort noch besser wirken.

Dass Alkohol die Hautbarriere durchdringen kann, ist gleichzeitig auch der Hauptgrund für seinen schlechten Ruf. Denn so kann Alkohol nicht nur Wirkstoffen helfen, besser in die Haut einzudringen, sondern bereitet auch Keimen und potenziell reizenden Stoffen den Weg.

Wieso kann Alkohol der Haut schaden?

Wer sich schon öfter die Hände desinfiziert hat, weiß: Das Desinfektionsmittel kann die Haut ziemlich angreifen, trockene Hände sind die Folge. Und wenn das schon für die vergleichsweise unempfindliche Haut an den Händen gilt, was löst der Alkohol in Hautpflege dann in der sensiblen Gesichtshaut aus?

In hohen Dosierungen wirkt Alkohol austrocknend, irritierend und entzündungsfördernd. Er kann der Hautbarriere schaden und damit sogar zu einer schnelleren Hautalterung beitragen. Glücklicherweise gibt es viele Alternativen, welche die positiven Eigenschaften des Alkohols teilen, ohne die Haut dabei auszutrocknen oder zu reizen.

Wie erkenne ich gute und schlechte Alkohole?

Der Alkohol, der in alkoholischen Getränken enthalten ist, nennt sich Ethanol bzw. Ethylalkohol. Er muss in Deutschland im Rahmen der Branntweinsteuer versteuert werden, weshalb viele Hersteller, deren Ethanol gar nicht im Glas landen soll, ihren Alkohol vergällen. Dieses Verfahren nennt sich auch Denaturierung und macht den Alkohol ungenießbar. Somit fällt für ihn auch keine Branntweinsteuer mehr an.

Zum Vergällen werden chemische Weichmacher verwendet, die sich Phthalate nennen. Sie sind wasser- und fettlöslich und dringen so sehr einfach in die Haut ein. Von dort aus gelangen sie ins Blut und die weiteren Organe. Phthalate stehen im Verdacht, Allergien und Reizungen zu fördern und Einfluss auf den Hormonhaushalt zu nehmen. Vergälltes Ethanol sollte darum möglichst gemieden werden.

Bei der Fülle an Alkoholen gibt es aber auch verträgliche Alternativen. Sie bringen viele positive Eigenschaften des Alkohols mit sich, ohne dabei die Haut zu schädigen. Dazu gehören beispielsweise Zuckeralkohole wie Glycerin, das Produkten eine gute Konsistenz verleihen und als zuverlässiger Feuchtigkeitsspender fungieren kann. Auch Fettalkohole, wie beispielsweise Pentylene Glycol, sind sehr feuchtigkeitsspendend. Zudem gelten sie als verträgliche Penetration Enhancer und gute Konservierungsmittel.

Um sicherzugehen, dass nur die richtigen Alkohole auf Deiner Haut landen, solltest Du Dir immer zuerst die INCI-Listen von Hautpflegeprodukten ansehen, die Du gerne verwenden würdest. In dieser Übersicht unterscheiden wir die am häufigsten eingesetzten Alkohole:

Pflegende Alkohole – unbedenklich anzuwenden:

  • Behenyl Alcohol, Cetearyl Alcohol, Cetyl Alcohol, Glycerin, Lanolin Alcohol, Myristyl Alcohol, Pentylene Glycol, Stearyl Alcohol.

Reizende Alkohole – besser vermeiden:

  • Alcohol denat., Benzyl Alcohol, Ethyl Alcohol, Isopropyl Alcohol, Methanol, SD Alcohol.

Fazit – was bedeutet das nun für die Hautpflegeroutine?

Wie immer, wenn es um eine wirkungsvolle Inhaltsstoffe geht, sollte bei Alkohol in Hautpflege genau hingesehen werden. Ethanol kann die Haut nachhaltig beschädigen und schneller altern lassen. Doch wie so oft macht erst die Dosis das Gift: Selbst wenn Du schädliche Alkoholsorten auf der INCI-Liste eines Pflegeproduktes entdeckst, heißt das nicht automatisch, dass Du es direkt entsorgen solltest.

Je weiter vorne ein Wirkstoff in den INCIS aufgeführt wird, desto größer seine Konzentration im betreffenden Produkt. Stolperst Du also ganz am Ende der Aufzählung über schlechten Alkohol, ist die Chance groß, dass er nur in sehr geringen Mengen enthalten und damit eher unbedenklich ist. Du solltest immer die Formulierung im Gesamten betrachten – ist ein Produkt grundsätzlich sehr gut, kannst Du ihm minimale Mengen Alkohol verzeihen. Ist es insgesamt nur mittelmäßig, sollte Alkohol das K.O.-Kriterium sein. Im Zweifel gibt es genügend Alternativen – und Du fährst man mit den pflegenden Alkoholen deutlich besser.

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